BCG (= Franz. Bacille Calmette Guarain)

BCG (= Franz. Bacille Calmette Guarain)

Der Bacillus Calmette-Guarin (BCG) ist ein 1905 von den Franzosen Albert Calmette und Camille Guerin 1905 als Vakzin gegen Tuberkulose entwickelt worden. Es handelt sich um einen Stamm von Mykobakterium tuberculosis der Kuh (syn Mycobacterium bovis) der unter der Voraussetzung perfekt durchgeführter Laborprozesse entsprechend den Kriterien des Pasteur-Instituts in Paris- seine Infektiosität mit zunehmender Anzüchtung verliert. Er steht in dieser attenuierten Form seit 1921 als einziger Impfstoff gegen akute Tuberkulose im Kindesalter zur Verfügung. Der Impfschutz wirkt je nach geographischer Region bei 60-80% der Geimpften und hält bei diesen mindestens zehn Jahre an. Er greift jedoch nicht bei der Reaktivierung einer latenten Tuberkuloseform im Erwachsenenalter. Deshalb empfiehlt die WHO, diese Impfung aller Neugeborenen in Tuberkuloseendemiegebieten sowie von Neugeborenen von an Tuberkulose erkrankten Eltern zu verabreichen. Ein positiver Tuberkulintest sowie eine Immunsuppression stellen eine Kontraindikation für die Impfung dar! Die Impfung hat nicht subcutan, sondern intradermal über dem M. deltoideus  zu erfolgen, um die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung von lokalen sowie regionalen Lymphknotenabszessen (BCG-om) zu verringern. Eine lokale kutane Narbenbildung (eventuell unter Ausbildung eines Keloids) ist als Impfreaktion zu erwarten. BCG wird auch bei anderen mykobakteriellen Erkrankungen eingesetzt. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist seit 1977 die Instillation von BCG in das Lumen von Harnblasen mit oberflächlichen Urothelkarzinom. Seine Anwendung in der Therapie anderer Krebsarten wird derzeit untersucht. Man nimmt an, daß eine lokale Immunreaktion induziert wird, die auch gegen den Tumor gerichtet ist. Bei Impfung wie auch der Immuntherapie können tuberkulöse Symptome auftreten, die als BCG-itis oder BCG-Erkrankung bezeichnet werden. Ihr liegt eine Infektion mit Mycobacterium bovis zugrunde, und sie erfordert eine anti-tuberkulöse Therapie. Aus diagnostischer Sicht ist zu bedenken, daß BCG einen falsch positiven Tuberkulin-Test (syn Mantoux-Test) ergeben kann. Zudem gilt es, die Immunreaktion der Blasenschleimhaut in der Harnzytologie bzw der Harnblasenhistopathologie zu bedenken, in denen mikroskopisch granulomatöse Veränderungen diagnostiziert und von neoplastischen Veränderungen differenziert werden müssen.

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