Antigen/Antikörper-Überschuß

Antigen/Antikörper-Überschuß

Erstmals von Michael Heidelberger (1888 – 1991) beschriebenes Phänomen bei in vitro Untersuchungen der quantitativen Verhältnisse im Verlauf einer Antigen (AG) – Antikörper (AK) Komplexbildung. Wenn in einem AG-AK Gemisch unter optimalen Mengenverhältnissen (Äquivalenz) eine Präzipität entsteht, ist darin die gesamte Menge an AG und AK enthalten, und im Überstand sind daher weder AG noch AK nachweisbar. Sie werden an Erythrozyten gebunden in die Leber und die Milz transportiert und dort (klinisch symtomfrei!) abgebaut. Wenn Immunkomplexe unter Bedingungen der AG – AK  Äquivalenz oder eines AK Überschusses gebildet werden, so sind diese Komplexe gross, bewegen sich nicht weit vom Entstehungsort weg und werden lokal abgelagert (sog. Arthus-Phänomen, siehe Abb. 1). Dieser Prozess kann sich klinisch z.B. in Form einer exogen allergischen Alveolitis (EAA) manifestieren. Immunkomplexe, die unter Bedingungen eines AG Überschusses entstehen, sind klein und zirkulieren im gesamten Organismus, wo sie in Kapillaren hängen bleiben und eine Erkrankung

hervorrufen können, z.B. im Rahmen einer sog. Serumkrankheit bzw. beim systemischen Lupus erythematosus (SLE).

 

Abb. 1. Schematische Darstellung der Charakteristika von Immunkomplexen unter Bedingungen von Antikörper-Überschuss, Antigen-Überschuss oder Antigen-Antikörper Äquivalenz in vitro oder in vivo.

 

 

Abb.2. Grosse, unter Antikörper-Überschuss gebildete Immunkomplexe werden lokal in der Gefässwand abgelagert (=Arthus-Phänomen), d.h., sie werden im Ggs.zu den kleinen, im Antigenüberschuss gebildeten Komplexen nicht systemisch über die Zirkulation im Körper verteilt. Nachweis von IgG in Immunkomplexen mittels direkter Immunfloreszenz in Gefässbiopsie.

Die Kommentare sind geschlossen.
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.